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Aufforstung

4 kritische Punkte zur Aufforstung

Aufforstung ist nicht immer sinnvoll. In diesem Beitrag erkunden wir vier Themenkomplexe, die häufig in Bezug auf Aufforstung kritisiert werden und beleuchten welche Lösungsansätze wir sehen.

Benjamin Behringer
- 5 min read
Aufforstung muss kritisch hinterfragt werden, um den gewünschten Nutzen für das Klima zu gewährleisten.

Unser primäres Ziel und das unserer Einzelhändler*innen und Gastronom*innen ist:

Klimaschutz für eine enkeltaugliche Zukunft.

Dazu müssen wir die globale Erwärmung auf 1,5°C über dem vorindustriellen Niveau begrenzen und in 7 Jahren Klimaneutralität (Stand heute) erreichen, um Kippelemente und damit verbundene Prozesse zu verhindern.

Zwei Instrumente für dieses Ziel sind Aufforstung und Waldschutz – rund 28% des jährlichen CO2-Ausstoßes werden aktuell von Böden und Vegetation gespeichert. Wir nutzen diese Instrumente, aber pflanzen die Bäume nicht selbst, sondern arbeiten mit verschiedenen Baumpflanz-, Waldschutz- und Klimaschutzorganisationen zusammen. Dementsprechend beschränken wir uns nicht auf eine Organisation, sondern verteilen die Spende, die von TapTree’s Gewinn ermöglicht wird. Unser Ziel ist es mindestens 60% unseres Gewinns zu spenden, wobei umso mehr Spenden umso besser gilt. Eine wichtige Info hierzu: die Privatisierung von Gewinnen ist bei TapTree rechtlich ausgeschlossen!

Aufforstung ist zu Recht umstritten, kann für Mensch und Natur sogar schädlich sein und polarisiert dementsprechend stark. Wir haben uns dazu entschlossen die vier häufigsten Themenkomplexe mit den jeweiligen Fragen/Anmerkungen, die uns zu diesem Thema erreichen, zu veröffentlichen und nachfolgend zu kommentieren.

Punkt 1: Standortwahl

Fragen: "Welche Flächen werden für Aufforstung genutzt? Für was wurde die Fläche zuvor genutzt?"

Wofür eine Fläche die aufgeforstet werden soll zuvor genutzt wurde, lässt sich leider nicht pauschal beantworten, da dies stark von den jeweiligen Gegebenheiten und somit dem Projekt vor Ort abhängt. Was sich jedoch sagen lässt: wir pflanzen nur auf Flächen, wo es wissenschaftlich erwiesen Sinn ergibt (siehe Bastin et al., Veldmann et al. und Lewis et al.). Mit anderen Worten:

Es wird nur dort angepflanzt, wo Wald ökologisch sinnvoll ist.

Beispielsweise sind in Savannen und Torfmooren, die ebenfalls natürliche CO2-Speicher sind, Aufforstungsprojekte nicht sinnvoll. Hier gilt es einzigartige Ökosysteme zu schützen, anstatt sie durch Aufforsten zu schädigen. Sinnvoll hingegen ist es etwa bestehende Wälder wieder zu vernetzen. Das ist nicht nur für das Klima gut, sondern schafft auch Korridore und damit Lebensraum für Tiere.

Anmerkung: "Ich gehe stark davon aus, dass die Bäume nicht in Deutschland, sondern einem weniger entwickelten Land gepflanzt werden."

Grundsätzlich unterstützen wir Klimaschutzprojekte auf globaler Ebene. So gibt es auch in Deutschland einige interessante Projekte, die wir unterstützenswert finden! Zum Beispiel:

  1. Deutschland Forstet Auf ist eine Plattform, die Forstleute und Waldbesitzende mit freiwilligen Helfer*innen zu "Pflanztagen" zusammenbringt, um klimastabile Mischwälder in Deutschland aufzuforsten. Generell gilt für TapTree: wir unterstützen gerne auf Flächen die öffentlich zugänglich sind (BWaldG!) und achten auf etablierte Siegel (FSC, Naturland und PEFC).

  2. Das Urwald-Projekt von Peter Wohlleben ist ein ebenfalls sehr unterstützenswertes Projekt, bei dem Wald nicht angepflanzt sondern geschützt wird. Konkret kann Buchenwald für die nächsten 50 Jahre gepachtet und damit geschützt werden. Diese alten Wälder sind robust und speichern große Mengen an Kohlenstoff im Boden, der natürlich nicht als CO2 emittiert werden soll!

Frage: Warum seid ihr global aktiv?

Ganz einfach! Die Zeit ist knapp und:

Biomasse am Äquator wächst schneller, als in gemäßigten Breiten.

Regenwald bindet also schneller CO2 als deutscher Wald, ist aber schwieriger zu schützen!

Frage: Kann ich den Standort des Klimaschutzprojekts aussuchen?

Letztlich sind wir nicht auf eine Partnerorganisation festgelegt, sondern

Wir wählen gemeinsam mit jedem*jeder Kund*in das gewünschte Klimaschutzprojekt aus.

Mit anderen Worten, wir entscheiden gemeinsam wohin TapTree's Gewinn durch die Akzeptanz von bargeldlosen Zahlungen bei dem*der Kund*in gespendet wird. In unserem Beitrag Bargeldlos für's Klima könnt ihr nachlesen wie wir unseren Gewinn spenden.

Für uns steht der positive Impact für das Klima im Vordergrund! Grundsätzlich sind wir daher auch bereit, an Organisationen zu spenden, mit denen unsere Kund*innen bereits zusammenarbeiten. Dann fällt vorab lediglich eine Prüfung durch uns an, ob die Organisation unsere Kriterien erfüllt.

Punkt 2: Biodiversität

Frage: "Werden die Bäume in Monokultur bewirtschaftet?"

Die Antwort: Ganz klar, nein! Monokulturen aus Kiefern, Teak und Co. – wie sie in vielen kommerziellen Aufforstungsprojekten angebaut werden – schaden den Böden und dem Schutz der Artenvielfalt. Das heißt, wir arbeiten ausschließlich mit Partner-Organisationen zusammen, die folgende Voraussetzung gewährleisten:

Einheimische Bäume und eine natürliche Durchmischung sind Pflicht.

Punkt 3: Ökonomische Interessen

Fragen: "Werden für die Aufforstung Kleinbauern von ihren Feldern vertrieben? Brennen diese nach ihrer (gewaltvollen) Vertreibung bestehende Waldfläche ab, um wieder Landwirtschaft betreiben und ihre Existenz sichern zu können?"

Aufforstung funktioniert nur, wenn die lokale Bevölkerung eingebunden wird und Umweltschutz und Wirtschaft Hand in Hand gehen. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten. Nehmen wir „The Generation Forest“ als Beispiel. Die Organisation pflanzt ausschließlich naturnahe Regenwälder, die durch die lokale Bevölkerung nachhaltig und regenerativ bewirtschaftet werden. Das heißt, nach einigen Jahren werden dem Generationenwald schonend einzelne Bäume entnommen und als nachhaltiges Edelholz vermarktet. In die entstandenen Lücken wird nachgepflanzt und die natürliche Verjüngung des Waldes unterstützt.

Um sicherzustellen, dass die lokale Bevölkerung in alle Baumpflanzaktionen einbezogen ist, messen wir nicht nur den Climate Impact, sondern auch den Social Impact eines Projektes. Dabei untersuchen wir unter anderem Bezahlung, Absicherung, medizinische Versorgung und Weiterbildungsmöglichkeiten der Arbeiter*innen und beurteilen kritisch, wer in welchem Maße von unseren Spenden profitiert.

Punkt 4: Wirkung und Nachhaltigkeit

Anmerkungen und Frage: "Bäume entziehen und speichern während ihrer Wachstumsphase Kohlenstoff aus der Luft. Wenn das Holz verrottet/verbrannt wird, wird die gebundene Menge Kohlenstoff wieder als CO2 in die Atmosphäre abgegeben. Wie ist sichergestellt, dass dies nicht geschieht?"

Der Verrottungsprozess ist nicht grundsätzlich problematisch sondern lebensnotwendig. Die damit einhergehende CO2-Abgabe ist ein natürlicher, für die Nährstoffversorgung z.B. der Bäume wichtiger Prozess, der überall vonstatten geht, wo organische Substanz von Mikroorganismen und anderen Kleinstlebewesen in Humus umgewandelt wird. Dabei wird im Laufe der Zeit im Normalfall nur soviel CO2 freigegeben wie vorher in der organischen Substanz gebunden wurde.

Das wirkliche Problem ist der anthropogene Einfluss, also der Mensch, der durch die Verbrennung von Bäumen bzw. generell organischer Substanz eine schnelle Freisetzung des CO2 forciert. Zusätzlich macht es noch mal einen Unterschied in Sachen Nährstoffentnahme, ob die Verbrennung im tropischen Regenwald stattfindet oder in Mitteleuropa. Denn wird der Baum dem Regenwald entnommen, so wird diesem auch der Kohlenstoff- und generell der Nährstoffspeicher geraubt. (Wegen der Wärme und der schnellen Umsetzung der organischen Substanzen, die auf den Boden fallen, liegt der Nährstoffpool in den Bäumen. In Mitteleuropa befinden sich die Nährstoffe hingegen überwiegend im Boden.)

Schauen wir nach Deutschland: für das Bestandsinnenklima müssen Setzlinge in Deutschland sehr dicht gepflanzt werden (ca. 4000 Bäume pro Hektar). Nach 100 Jahren werden nur noch etwa 500 Bäume davon existieren. Dieser Verlust ist gewünscht, um den stärksten Bäumen Platz zu schaffen und daher einkalkuliert und von uns berücksichtigt.

Frage: "Sind die Maßnahmen effektiv? Werden die Bäume die nächsten 100 Jahre gepflegt oder zumindest vor Rodung geschützt?"

Das ist ein sehr wichtiger Kritikpunkte und übrigens der Hauptgrund, warum Atmosfair keine CO2-Kompensation durch Wälder, sondern primär durch erneuerbare Energien anbietet. Nichtsdestotrotz sind und bleiben Bäume unsere Lebensader, und wir sind daher auf Aufforstung und Erhalt von Wald angewiesen. Das haben Anbieter zur CO2-Kompensation wie ForTomorrow erkannt und ermöglichen dir deinen CO2-Fußabdruck mit Klimaschutzmaßnahmen in Europa (unter anderem durch Aufforstung) zu reduzieren.

Grundsätzlich gilt: Dauerhaftigkeit von Waldflächen ist ausgesprochen wichtig, um den gebundenen Kohlenstoff nicht wieder als CO2 zu emittieren. Wir sind davon überzeugt, dass der naturnahe Generationen-Wald daher auch einen ökonomischen Wert für die Bevölkerung vor Ort haben muss. Bei der Auswahl der Projekte, insbesondere außerhalb Deutschlands, ist dies daher eine ausgesprochen wichtige Metrik.

In Deutschland – wo wir auch anpflanzen und schützen (lassen) – ist die Situation glücklicherweise staatlich geregelt. Hier gibt es seit 1975 das BWaldG (Bundeswaldgesetz). Das heißt, Wälder werden vom Staat geschützt und unterliegen strengen Kontrollen, um beispielsweise illegale Abholzung zu unterbinden. Des Weiteren muss Wald nach Schäden (z.B. Sturm) wieder hergestellt werden. Pflanzen wir also auf staatlichen Flächen in Deutschland und es geht Wald verloren, ist der Staat verpflichtet, diesen wieder aufzuforsten!

Unsere abschließende Erkenntnis

Abschließend möchten wir euch eine wichtige Feststellung mit auf den Weg geben:

Wenn wir heute nichts tun, werden bis 2100 drei von vier Menschen auf der Welt vom Tod durch Überhitzung gefährdet sein.

Für uns bedeutet das, dass wir gemeinsam mit Einzelhandel und Gastronomie an einer enkeltauglichen Zukunft arbeiten müssen, denn ohne Ökologie keine Ökonomie.

Meldet euch gerne bei uns, falls ihr Fragen und Anmerkungen habt!

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